Meine erste Hochzeit

 

Hallo Leute, Hochzeiten fotografiere ich ja schon eine ganze Weile und ich wollte euch deshalb mal berichten, wie es eigentlich angefangen hat.

Bei meiner ersten Hochzeit hätte ich nie mit diesen Ergebnissen gerechnet.

Ich verwende die Bilder heute noch in meinem Portfolio und beeindrucke meine Kunden immer noch damit.

Mein Start in die Hochzeitsfotografie


Wenn ich mich richtig erinnere war es 2011 als ich mit dem damaligen Nachbarpärchen ins Gespräch gekommen bin.

Sie hatten schon öfter Bilder von mir gesehen und waren begeistert. Sie haben mich darauf angesprochen, ob ich nicht gerne Ihre Hochzeit fotografieren würde. Eingeladen bin ich so oder so. Ich hab mich erst einmal setzen müssen. Mir war bewusst wie wichtig eine Hochzeit ist. Nichts passiert zweimal. Es steht also eine grosse Herausforderung an.

Ich bin nicht der “Kopf-in-den-sand-und-warten-bis-es-vorbei-ist-Mensch” also sagte ich zu. Damals haben wir uns noch darauf geeinigt, dass die beiden die Leihgebühr für die Ausrüstung übernehmen und fertig. Also fast eine TFP Hochzeit, aber mir war es recht.

Meine bedenken

Ich war begeistert und bin schon Monate vor der eigentlichen Hochzeit durch alle möglichen Parks in der Umgebung gelaufen um die perfekte Shootinglocation zu finden. Ich habe jedem den ich kannte, der eine Kamera halten konnte erzählt, dass ich bland eine Hochzeit fotografierten kann. Geil nicht? Das Feedback war niederschmetternd. Fast jeder hat mir erzählt was für eine gigantische Aufgabe das ist, welch ein Druck auf mir lastet und dass ich mir es noch einmal gründlich überlegen sollte.

Schwarzseher, schaut mal wo ich heute bin 😉

Falls jemand von euch mitliest, nimmt mir den Spruch nicht übel. Ich würde jemandem, der gerade mit seiner 300 € Sony und dem Kit-Objektiv angefangen hat zu fotografieren etwa das gleiche sagen.

Meine Vorbereitung

Diese Hochzeit hat mich einen UNGLAUBLICHEN Schritt nach vorne gebracht. Ich wusste ich komme mit dem was ich an Ausrüstung habe nicht weiter und wollte das Brautpaar auch nicht enttäuschen.

Der große Umstieg -Von Sony zu Canon


Ich habe meine Sony verkauft und mir die Canon 5D MK II angeschafft, die unter anderem heute noch benutze, zusammen mit einem 24-105 und dem 50mm F1.8 II. Beides heute noch in Betrieb!

Leihen was man nicht hat

Das mache ich bei manchen Hochzeiten heute noch so. Es gibt immer ein Objektiv was man nicht hat und trotzdem braucht.

2011 war es das 70-200 f/2.8L Objektiv und ein zweiter Camera Body. Geliehen habe ich alles dort, wo ich auch meine Kamera gekauft habe. In Fellbach bei Photouniversal

Es gibt mehr als nur Equipment

Ein Handwerker kann den schönsten Hammer haben, wenn er mit dem Stil hämmert kommt er trotzdem nicht voran. Ich musste wissen, worauf es bei einer Hochzeit ankommt!

Ich habe also alles konsumiert, was es an Tutorials in meiner Preisspanne auf dem Markt gab. (Im Nachhinein ist hier sehr viel Schrott dabei. Weiß nicht ob das am Preis liegt oder einfach daran, dass gute Hochzeitsfotografen besseres zu tun haben)

Trotz alledem fühlte ich mich nach fast einem Jahr Vorbereitung bereit für das grosse Finale.

Es kommt immer anders als man denkt

Ich war auf alles vorbereitet ausser auf das: Ein anderer Fotograf.

Einige Verwandte waren wohl der Ansicht, dass der Nachbar das nicht so gut kann wie ein gelernter Fotograf.

Er hat direkt erkannt was ich war: Ein Hobbyfotograf. Dementsprechend wurde ich auch behandelt. Ich glaube er hätte vor einem Assistenten, der nur die Tasche trägt mehr Respekt gehabt. Jeder Versuch der Zusammenarbeit wurde mit patzigen und fast schon beleidigenden Antworten niedergeschmettert. Sowohl meine Kamera als auch ich haben an dem Tag den einen oder anderen Ellenbogen abbekommen. Was für ein Ars**. Ich habe hier absichtlich keine Namen genannt, weil es mir viel mehr Genugtuung gegeben hat was folgte.

Alles was ich geplant hatte wurde über den Haufen geworfen alles ging jetzt wie der “Profifotograf” es wollte.

Ich habe mir nicht meine Motivation nehmen lassen und weiter gemacht und es hat sich gelohnt.

Nachbearbeitung

Ich hatte glücklicherweise nach der Hochzeit vier Wochen Urlaub und habe mir unter der italienischen Sonne alle Zeit der Welt genommen um die Bilder bearbeiten.

Diese Zeit war auch notwendig. Ich konnte wieder sehr viel lernen und habe damals den größten Teil meines heutigen Hochzeitsworkflows entwickelt.

Das Feedback

Die beiden waren begeistert, einfach hin und weg von meiner Leistung und auch die mir bis heute unbekannten Verwandten mussten zugeben, dass ich doch die bessere Wahl gewesen wäre. Ihr habt die Bilder ja schon selbst gesehen. Ich bin selbst überaus zufrieden mit meiner Leistung.

Warum ich mich nicht über den anderen Fotografen aufrege

Ich habe an diesem Tag eine Lektion gelernt! Egal was auf einer Hochzeit passiert, egal wer gegen dich ist – Es kommt darauf an was du am Ende lieferst, denn an alles andere erinnert sich sowieso niemand mehr.

Ich habe sehr lange gebraucht um wirklich zu begreifen was mit diesem Tag alles verknüpft ist und was mir diese kostenlose Hochzeit alles gebracht hat.

Not the End…

Heute bin ich selbstständiger Hochzeitsfotograf, fotografiere im Jahr mehr als zehn Hochzeiten und hatte bisher nur zufriedene Kunden. Ich höre immer auf das, was mir meine Kunden sagen und berücksichtige das Feedback immer in zukünftigen Aufträgen.

Eine lange Geschichte, aber ich wollte sie euch einmal erzählen und wissen was ihr davon haltet.

Was habt ihr schon für Horrorgeschichten in der Fotografie erlebt?

Schreibt es in die Kommentare.

Gruß

Matthias

Euer Hochzeitsfotograf

Published by

Matthias Butz

Portrait und Hochzeitsfotograf aus dem Raum Mannheim - Frankfurt.Vor Jahren habe ich die Fotografie für mich entdeckt und sie ist über die Zeit zu einem großen Bestandteil meines Lebens geworden. Was als Enthusiasmus begann ist mittlerweile mein Traumberuf - Fotograf
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