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Was kostet ein Hochzeitsfotograf

von 2. Juli 2013 4 Kommentare

Vielleicht ist die Frage falsch gestellt. Vielleicht hätte ich eher fragen sollen, was will ich für einen Hochzeitsfotografen bezahlen oder was sollte ein Hochzeitsfotograf kosten? Vor kurzem habe ich diese Grafik im Dschungel der sozialen Netzwerke gefunden und sie hat mich zum Nachdenken gebracht.

Genau das will ich jetzt mit euch machen. Ich will dafür sorgen, dass ihr einem Hochzeitfotografen (vorzugsweise natürlich mir 🙂 ) nicht einfach ein Preisschild verpasst und die Preissuchmaschiene entscheiden lasst, welcher der Richtige für euch ist.

Viele unterschätzen die Kosten eines Hochzeitsfotografen und fragen sich,m warum jemand 1000 bis 2000€ verlangt, obwohl er nur ein paar Bilder macht.

Es ist ein interessantes Phänomen, dass Hochzeitspaare wissen,was eine Hochzeitstorte oder die Trauringe kosten, jedoch nicht was ein Hochzeitsfotograf kostet. Viel zu oft bekomme ich Anfragen und werde, sobald ich meinen Preis bekannt gebe vollkommen ignoriert. Ich will heute mal zeigen, dass Hochzeitsfotografen weder geldgierig, noch überteuert sind. Zumindest die, die ich kenne. Es ist in gewisser Hinsicht einfach nicht möglich weniger zu verlangen, auch wenn man das gerne tun würde.

Ich will euch heute mal zeigen was ein Hochzeitsfotograf neben dem eigentlichen Abend noch zu tun hat und warum die so hoch erscheinenden Preise doch gerechtfertigt sind.

Was kostet eineHochzeitsreportage?

Ich gehe bei meinen Beschreibungen hier von der beliebten Form der Hochzeitsreportage aus. Hier begleitet der Fotograf das Brautpaar den geamten Tag von morgens, beim Haare machen der Braut, natürlich mittags in der Kirche, bis abends nach der Feier die Lichter ausgehen. Die Preise sind hier abhängig von Region und natürlich von Angebot und Nachfrage.

Natürlich ist es nicht ganz billig einen Fotografen den ganzen Tag zu buchen und man muss hier in etwa mit Preisen zwischen 1500 bis 3000 Euro rechnen.

Klingt im ersten Moment ja sehr teuer, aber warum verlangen Hochzeitsfotografen so eine exorbitante Summe?

Warum ist der Hochzeitsfotograf so teuer?

Wenn ich für eine Hochzeit 1500 € verlange kann ich von vornherein die Hälfte für Steuern auf die Seite legen. Bleiben also noch 750 € übrig. Diesen Preis verteilen wir nun auf die Zeit, welche wir für die Hochzeit aufwenden, doch hier wird einiges unterschätzt. Natürlich ist der Fotograf den ganzen Abend dabei und begleitet die Hochzeit auch gerne mal 14 Stunden oder länger.

Es gehört mehr dazu als nur zu fotografieren

Der Fotograf, der die Hochzeitsreportage begleitet ist den gesamten Abend von nachmittags bis tief in die Nacht dabei und hält jeden Moment mit seiner Kamera fest. Jetzt klingt von 2 Uhr Mittags,mwenn die Glocken läuten bis 2 Uhr nachts, wenn der letzte Tanzwütige nach hause geht zwar anstrengend, trotzdem wäre mir als Brautpaar ein Stundenlohn von 75 € doch etwas happig.

Es gehört hier aber mehr dazu, denn die geschossenen Bilder müssen sortiert und nachbearbeitet werden. Hier kommt es natürlich darauf an, wie erfahren und gründlich der Fotograf ist, aber für eine annehmbare Nachbearbeitung sollte man mit ca. 15 Stunden rechnen. Das sind zwei Arbeitstage!

Hochzeitsfotografen im Team

An einer Hochzeit passiert so viel, dass sie viele Fotografen sich dazu entscheiden im Team aufzutreten und entweder mit einem Partner, oder mit einem Assistenten fotografieren. Dieser möchte für seine Abreibt ja ebenfalls bezahlt werden.

Zusatzleistungen

Ist im Preis vielleicht ein Fotobuch enthalten? Das kostet wieder Zeit und natürlich den Preis des Fotobuchs selbst. Ich verwende für Hochzeiten gerne die Cinebooks, welche zwar qualitativ hochwertig, jedoch preislich zwischen 50 und 120 € liegen. Außerdem vereinbare ich mit dem Brautpaar vorher gerne noch ein Treffen, damit ich die beiden besser kennen lerne. Somit sind wir bei unserer Rechnung bei 650 €, welche sich auf 30-40 Stunden Arbeit, je nach aufwand der Hochzeit verteilen.

Noch einmal Zusammengefasst:

  • 1h Vorbesprechung
  • 12-14 h Hochzeit
  • 15 Stunden Nachbearbeitung

30 Stunden Arbeit pro Hochzeit. ( Werte sind alle nur Erfahrungswerte und variieren bei jeder Hochzeit)

Diese 30 Stunden verteilen sich nun auf 650 € was einen Stundenlohn von ca. 20 € ergibt. Jetzt denken sich viele nicht schlecht. 20 € die Stunde hätte ich auch gerne. Ihr vergesst jedoch, dass hiervon die Ausrüstung bezahlt werden muss. Hinzu kommen noch laufende Kosten und auch Wochen und Monate, in denen gerade wenige heiratet, wie zum Beispiel im Dezember.

Der Tipp für die Preisvergleichssuche

Der Tipp Nr. 1: Auf der Suche nach dem richtigen Hochzeitsfotografen gilt: Schaut mehr auf die Bilder, als auf den Preis! Geld werdet ihr mehr verdienen können,maber Erinnerungen sind unwiederbringlich und eine Hochzeit kann schließlich kein zweites Mal fotografiert werden.

Tipp Nr. 2: Wenn ihr doch auf den Preis schaut, achtet auf die Zusatzleistungen des Fotografen. Fotografiert er nur 6 Stunden und ihr müsst für jedes Bild, dass ihr ohne Wasserzeichen wollt extra bezahlen, oder bietet er euch ein all inklusive Paket mit Fotoalbum?

Tipp Nr. 3: Trefft euch vorher. Egal ob 800, 1600 oder 4000€ Fotograf trefft euch auf alle Fälle vorher und findet heraus, ob er euch sympathisch ist. Wenn ihr den Fotografen nicht mögt und trotzdem engagiert, weil er der günstigste ist wird man das an den Bildern sehen. Es fällt sehr schwer für unsympathische Menschen glücklich auszusehen.

Ich hoffe nun ich konnte einen kleinen Einblick in die Preise der Hochzeitsfotografen geben und konnte euch zeigen, dass zumindest die meisten Hochzeitsfotografen euch nicht das Geld aus der Tasche ziehen wollen.

Gruß

Matthias

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Autor Mattthias

Mein Name ist Matthias Butz und ich bin Fotograf und Digital Artist im Raum Mannheim – Frankfurt. Ok, eigentlich bin ich gar kein Fotograf, zumindest kein gelernter. Ich komme aus der IT, wo ich viele Jahre tätig war. Die Fotografie war jedoch schon immer mein Hobby, meine Leidenschaft und so kam es, dass ich eines Tages das Hobby zum Beruf gemacht habe. Ich bin der Meinung, dass man diese Leidenschaft durch nichts ersetzen kann. Ich liebe, was ich mache und habe Spaß dabei! Für mich ist die Fotografie kein Beruf, ich brenne für meine Leidenschaft immer noch so wie am ersten Tag, als es angefangen hat mein Lieblingshobby zu werden.

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Join the discussion 4 Kommentare

  • Christian Schäfer sagt:

    Hallo Matthias, vielen Dank für Deine sehr nachvollziehbare „Preisgestaltung“. Ich habe rund 350 Angebote von Fotografen ausgewertet und daraus folgende Grafik erstellt. Gefühlt sind die Preise recht niedrig..was sagst Du dazu? Quelle: http://rec-orders.de/hochzeitsfotos-preise

    • matthiasbutz sagt:

      Hier ist die große Frage, was ist in den Paketen enthalten, die die Fotografen anbieten. Werden Bilder bearbeitet? Ist ein Fotobuch dabei? Das lässt sich alles sehr schwer einschätzen.

      Ich denke am einfachsten ist man überlegt sich selbst was ein Fotograf an einer Hochzeit verdienen kann. 520 € / 8 oder sogar mehr. Rechnet man das aufs Jahr müsste der günstigste Fotograf über 50 Hochzeiten im Jahr fotografieren um auf einen Monatslohn von ca. 2000 € zu kommen. Entweder hat er keine Ausgaben und zahlt auf wundersame weise keine Steuern, oder es ist nur ein Preis um Kunden zu locken und dann im Nachhinein noch mal für jedes einzelne Bild ab zu Rechnen.

      Ich bin der Meinung das Fotografen hier transparenter sein sollten. Wenn die Hochzeit gemacht ist sagen da kommen noch 2,50 auf jedes Bild für die Bearbeitung, ist meiner Meinung nach verarsche.

      Es gibt viele Preisgestaltungen und manche halten diese für die Richtige, weil der Kunde ja selbst bestimmen kann welches Bild bearbeitet wird.

      Ich denke das wichtigste bei der Auswahl eines Hochzeitsfotografen ist, sich folgenden zu überlegen: Könnte ich selbst davon Leben? Wenn ja wie viele Hochzeiten muss ich im Jahr machen. Je mehr Hochzeiten, um so langweiliger werden die Bilder. Oder einfach direkt fragen, warum er die Hochzeit so viel Billiger als die Konkurrenz anbieten kann. Was ihn unterscheidet.

  • Anja & Martin sagt:

    Hallo Mathias,
    ich wollte mal kurz etwas los werden – nachdem wir durch Zufall über deine Seite hier gestolpert sind, und uns diesen Artikel ausführlich durchgelesen haben muss ich sagen: DANKE ! Jetzt sehen auch wir die Preisgestaltung der Angebote, die uns vorliegen, mit anderen Augen…. Sicherlich hat man sich über die Zeit, die ein Fotograf benötigt, schon mal Gedanken gemacht, aber eben noch nicht in dieser Tiefe, da einem ja auch die Hintergrundinformationen fehlen.

    Wir haben denke ich nun unsere Fotografin gefunden, die nun auch garnicht mehr soooo „teuer“ erscheint ! :o)

  • Katja sagt:

    Einn ganz toller Artikel. Das wird einigen Paaren sicherlich eine Hilfe sein zu verstehen, warum die Kosten tatsächlich doch recht hoch sind.

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